Deutsche Post AG

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snail-mail; die.  Auch Schnecken-Post. Der Begriff stammt aus der Postkutschenzeit, als Radbruch oder Wetterumschwung noch zu erheblichen Verzögerungen bei der traditionellen Brief- und Paketzustellung führten. Auch heute wird der Begriff wieder der Briefzustellung zugeordnet. Aufgrund seines physischen Charakters im Gegensatz zu einer E-Mail. Dabei hinkt der Verweis zum Stamm der Weichtiere gewaltig: Ein Besuch bei der Deutsche Post AG DHL in ihrer Niederlassung auf Troisdorfer Stadtgebiet belegt: Die Geschwindigkeit, mit der Pakete und Briefe sortiert, transportiert und zugestellt werden, ­eben jene postgelbe logistische Meisterleistung, sucht ihresgleichen.

 

Fast 4.500 Mitarbeiter beschäftigt die Niederlassung BRIEF Bonn mit Sitz im Spicher Gewerbestern unter der Leitung von Dirk Merz. Von hier aus
werden 1,2 Mio. Haushalte und Gewerbetriebe täglich versorgt. Die Zielvorgabe „E+1“ erreichen dabei etwa 96 Prozent aller Sendungen. Das bedeutet: Am Tag nach der Sendungsaufgabe, die überall in Deutschland erfolgen kann, wird zugestellt in einem Gebiet, das von Waldbröl bis zum Nürburgring und durch die Eifel bis zur belgischen Grenze und von Wermelskirchen bis Linz reicht. 2 Mio. Briefe kommen täglich innerhalb dieser mehr als 5000 km2 großen Fläche zusammen. Eine Aufgabe, die den Einsatz vieler engagierter Mitarbeiter an über 100 Standorten in unserer Region erfordert.

 

Dora Bizewska gibt täglich ab 17 Uhr Sendungen in eine von vier „Integrierte Lese- und Videocodiermaschinen (ILVM)“ im Spicher Briefzentrum ein. Mit ihrem sechsköpfigen Team bedient sie allabendlich einen der über 25 Meter langen High-Tech-Kolosse, von denen jeder einzelne 44.000 Standardbriefe pro Stunde verarbeitet. Die ILVM scannt, druckt und sortiert Bizewskas wertvolle Fracht nach 81 Zielen. Hinter jedem Ziel steht ein weiteres Briefzentrum, das noch in derselben Nacht per LKW angesteuert wird. „Wir haben nur wenige Stunden am Abend bis der LKW startet. Egal wie – bis dahin müssen wir die Sortierung abgeschlossen haben.“, erklärt die Teamleiterin. Sie schaffen es jede Nacht.

Die letzte Meile bis zum Empfänger treten die Briefsendungen für diese Region in 75 Zustellstützpunkten an. Etwa die Hälfte der 2.600 alleine dort beschäftigten Mitarbeiter bewältigen die Strecke vom Stützpunkt zum Empfänger mit dem Rad oder zu Fuß. Stolze 12 Kilometer legen die Zusteller im Schnitt täglich zurück. Bei Wind und Wetter und nur mit Muskelkraft. „Umweltfreundlicher geht es nicht“, erklärt Werner Hübner, Fahrradzusteller und Teamleiter im Zustellstützpunkt Troisdorf-Zentrum, lächelnd.

 

Um 6 Uhr in der Früh beginnt er, damit alle Sendungen bis nachmittags zugestellt sind. Seine Energie gewinnt er durch „ein gutes Frühstück und die zahlreichen guten Begegnungen mit den Menschen im Zustellbezirk“.

Dabei passt nicht jede Sendung aufs Rad. 12,8 Mio. Pakete liefern die DHL Zusteller daher mit ihren Transport-Fahrzeugen über 8 Zustellbasen in der Region aus. Mario Eschke belädt sein Fahrzeug im Gewerbegebiet Siegburg-Zange selbst und analog der optimalen Fahrtfolge. „Gut 200 Pakete sind es im Durchschnitt, die wir täglich
zustellen“, erklärt der Familienvater, dessen Sohn ebenfalls „Postler“ geworden ist. Neben den Arbeitsbedingungen und den Kollegen sind auch die Sozialleistungen gut. „Die Post ist nicht nur der beste Anbieter für die Kunden, sondern auch der beste Arbeitgeber in unserer Branche“, erklärt Eschke das Motiv, seinen Arbeitgeber auch dem Sprössling empfohlen zu haben. 
Auf ein neues Fahrzeug stellen sich Verbundzusteller gedanklich schon einmal ein. Für die Verbundzustellung eignet sich vor allem der ländliche Bereich, wo die Zusteller der Post neben den Briefen auch gleichzeitig die Pakete zustellen.  Die Post testet derzeit ein eigens für den Zustellbetrieb von ihr selbst entwickeltes Elektro-Fahrzeug. Der „StreetScooter“ soll die Post-Lieferfahrzeuge mit Verbrennungsmotor künftig schrittweise ablösen. Auch die in der reinen Paketzustellung im Stadtgebiet Bonn eingesetzten Paketzustellfahrzeuge werden elektrisch betrieben. Die Testpiloten, ganz „normale Kollegen im Einsatz“, wie sie Eschke nennt, sind von den Modellen der Vorserie bereits begeistert.

 

Zurück zur Postkutschenzeit: Damals beschützten die Fahrer ihre wertvolle Fracht mit allen verfügbaren Mitteln vor widrigen Einflüssen. Und obwohl Postkutschen und Räuberbanden heute nicht mehr zum Straßenbild zählen, so bleibt  im erneuten Vergleich zum Dokumentenversand per E-Mail auch heute die Gewissheit: Dokumente und Pakete unmittelbar in die vertrauensvollen Hände engagierter Menschen geben zu können. Sie gut geschützt zu wissen durch ein gelebtes Briefgeheimnis. Sicher vor dem Datenklau und: rasend schnell.