Josef Hawle

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Mit Farbe und Know How

Auf dem Weg in das künstlerische Atelier von Josef Hawle begegnen einem zahlreiche Kunstwerke. Im Flur zum Arbeitszimmer steht unscheinbar auf dem Boden, lose an die Wand gelehnt, eine goldene Schallplatte. Sie ist eines der herausragenden Exemplare aus der Schaffenszeit des Künstlers als Designer.

Das Cover ziert ein Ö. Das ist auch Titel des Albums, für das der Künstler Josef Hawle einst das Cover entwarf. Herbert Grönemeyer verkauft das Album Ö millionenfach und mit seiner Platte gehen die ersten Hawles um die Welt und in die CD-Regale der Freunde Deutscher Kultmusik. Da ist Hawle 30 Jahre alt, studierter Designer und ausgebildeter Typograph mit Meisterbrief. Die Musik begleitete den Künstler schon in seiner Jugend. Er war der Chef der Beatband „Subjects“ (zu hören auf der CD „Beat im Westen“).

 

Was treibt einen erfolgreichen Grafik-Designer an, fortan Künstler zu sein? „Naiver Realismus“. So nennt Hawle sein Schaffen, das ihn und unsere Region seit inzwischen 35 Jahren prägt. „Man kann das eine nur sein, indem man das andere nicht lässt“, erklärt der in München geborene Parade-Rheinländer die Bedeutung seiner handwerklich und fachlich soliden Qualifikation weiter. Gemeint ist, dass seine Malerei den Gesetzen von Licht und Schatten, der Perspektive und des Bildaufbaus, sprich auch den Regeln der gegenständlichen Kunst folgt.

Das macht einen Designer schon mal zum Künstler – und umgekehrt. Hawle lebt die Freiheit, Werke im eigenen Stil, bisweilen auch im eigenen Auftrag zu kreieren. Seit Hawle malt, ist unsere Welt weniger eintönig und auf jeden Fall bunter geworden. Und der Erfolg gibt ihm Recht. Hawle ist allgegenwärtig. Seine Werke finden sich im In- und Ausland.

 

Mut zur Größe
„Was gibt es Schöneres, als in der Natur zu malen?“, fragt Hawle und gibt die Antwort selbst mit unverwechselbaren Fassaden- und Großformat-Malereien, die naturgemäß meist unter freiem Himmel entstehen und seine Kunst auch außerhalb von Museen und Ausstellungen erlebbar machen. So zeichnet er u.a. verantwortlich für eine 52-Meter Wand auf der Landesgartenschau in Leverkusen, für die Bemalung der Autofähre Mondorf/Bonn, Reisebus, das Foyer der Mehrzweckhalle in Bergheim, drei Wohntürme in Troisdorf oder für Trafostationen der Troisdorfer Stadtwerke. Auch von der Fassade des Siegburger Kinderheims und bald auch von der „Weinquelle“ in Spich lachen den Betrachter Figuren und Landschaften an – im unverkennbaren Hawle-Stil.

 

Bunter RSVG-Bus
Zur Zeit gestaltet Hawle einen Linienbus der RSVG, der Troisdorf mit seinen 12 Stadtteilen präsentieren soll. Viele Arbeitsschritte sind erforderlich, bis die vom Künstler gemalten Bildmotive fertig angebracht sind und im Linienverkehr an den unterschiedlichsten Orten, Landschaften und Straßen der Region erlebbar werden.
„In der Brust eines erfolgreichen Künstlers sollte auch ein Stück weit das Herz eines Unternehmers schlagen“, beschreibt Hawle folgerichtig sein Schaffen, das eben auch abseits von Staffelei und Leinwand Kompetenzen verlangt.

Dabei zählt „Größe alleine“ kaum. Gleich 20 Mio. mal verkauft sich eine seiner vergleichsweise winzigen UNICEF-Postkarten (mit der Burg Wissem) in die ganze Welt. Gleichermaßen freut sich Hawle über die schönen und kleinen Auflagen. Und so schafft er Weihnachtskalender, Tassen und Einkaufstaschen, Pralinenschachteln, Kaffeedosen – auch und gerne im Auftrag namhafter Unternehmen der Region und darüber hinaus. Diese nutzen seine Motive mit seinem unverkennbaren Kunststil gerne schlicht und einfach für ihre Werbebotschaften.

„Das klingt banal, ist es aber nicht. Werbung darf, nein, muss Laune machen. Kunst kann da das Mittel der Wahl sein“, erklärt Hawle und blickt dabei auf die Erfahrung seiner mehrjährigen Tätigkeit für namhafte Deutsche Werbeagenturen. Da hilft Hawle wieder sein Studium zum Diplom- Designer.